Bilbao vergibt 10 kostenlose Lizenzen für barrierefreie Taxis, zwei davon für Fahrerinnen
· 5 Min. Lesezeit · Taxio-Team
Kurz gesagt: Die Stadtverwaltung von Bilbao hat zehn neue Lizenzen für barrierefreie Taxis kostenlos ausgeschrieben — es fällt lediglich die städtische Gebühr von 1.899 Euro an —, zwei davon reserviert für Taxifahrerinnen. Die barrierefreie Flotte der Stadt wächst damit von 29 auf 39 Fahrzeuge, und wer eine Lizenz erhält, hat bis zu acht Monate Zeit, das Fahrzeug zu kaufen, umzurüsten und die städtische Prüfung zu bestehen. Hinter der Schlagzeile steckt eine nützliche Lektion für jeden Taxifahrer, der bei null anfängt oder seine Flotte erweitert: Nur weil das Verfahren günstig ist, heißt das nicht, dass auch der Start günstig ist.
Die Ausschreibung, über die Agencia de Noticias berichtete, ist Teil des Ziels, dass Bilbaos Taxiflotte den nach dem königlichen Erlass 1544/2007 vorgeschriebenen Mindestanteil von 5 % barrierefreier Fahrzeuge erreicht. Auf dem Papier ist das eine gute Nachricht für die Mobilität der Stadt. Auf dem Bankkonto der Bewerberin oder des Bewerbers ist es der Beginn mehrerer Monate mit Ausgaben, bevor die ersten stabilen Einnahmen fließen.
Was die Ausschreibung in Zahlen bedeutet
- 10 neue Lizenzen für barrierefreie Taxis, bei einer Gesamtflotte von 775 Fahrzeugen in Bilbao
- Kostenlose Vergabe: keine Konzessionsgebühr, nur die städtische Gebühr von 1.899 €
- 2 Lizenzen reserviert für Taxifahrerinnen
- 15 Werktage ab Veröffentlichung im Amtsblatt, um sich zu bewerben
- 1 Monat, um sich nach der Vergabe zu Kauf und Umrüstung des Fahrzeugs zu verpflichten
- 2 Monate maximal, um den Betrieb aufzunehmen
- 8 Monate maximal, um das Fahrzeug umgerüstet und geprüft zu haben
- Lizenzen sind nicht übertragbar: Sie fallen bei Einstellung der Tätigkeit an die Stadtverwaltung zurück
Mit den zehn neuen Lizenzen wächst die barrierefreie Flotte Bilbaos von 29 auf 39 Fahrzeuge. Das ist ein echter Sprung für alle, die ein barrierefreies Taxi benötigen, und auch der Grund, warum diese Lizenzen weder verkauft noch übertragen werden können: Es handelt sich um einen öffentlichen Dienst, den die Stadt weiterhin kontrollieren möchte.
Die wahren Kosten sind nicht die Gebühr, sondern das Auto
1.899 Euro klingen nach wenig für eine Taxilizenz, und für das Verfahren selbst stimmt das auch. Doch diese Summe ist nur der Einstiegspreis. Ein barrierefreies Fahrzeug —mit Rampe oder Hebebühne, zugelassenen Verankerungen und Platz für einen Rollstuhl— kostet in der Grundausstattung deutlich mehr als ein Standardfahrzeug, und dazu kommen die technische Umrüstung, die Zulassung und die städtische Prüfung, die die Ausschreibung selbst verlangt.
Währenddessen laufen die Fixkosten jeder Neuanmeldung weiter: der Selbstständigenbeitrag, die Versicherung des öffentlichen Dienstfahrzeugs, die Finanzierung oder das Leasing, falls nicht bar bezahlt wird, sowie der Steuerberater. Acht Monate sind mehr als genug Zeit, um ein Auto in Ruhe umzurüsten, aber eben auch acht Monate mit Ausgaben, bevor das Taxameter beginnt, sie auszugleichen.
Die ersten Monate ohne stabile Einnahmen
Wer mit einer neuen Lizenz startet —barrierefrei oder nicht— erlebt eine Phase, in der die Ausgaben den Einnahmen vorauslaufen: Man muss die Gebiete kennenlernen, sich einen Kundenstamm aufbauen, herausfinden, welche Zeitfenster sich lohnen, und, wer mit Plattformen arbeitet, wie viel Provision jede davon einbehält. Genau in dieser Phase ist es am wichtigsten, Woche für Woche zu wissen, ob das Geschäft aufgeht oder ob etwas angepasst werden muss, bevor die Lücke zu groß wird.
Dieser erste Abschnitt lässt sich auch am schlechtesten in einem Heft oder aus dem Gedächtnis nachvollziehen: Da sind die Rechnung der Plattform, die Umrüstkosten, die Versicherung, der Kraftstoff und der Selbstständigenbeitrag, alles vermischt. Ohne eine klare Erfassung von Anfang an verwechselt man leicht Umsatz mit Gewinn — gerade dann, wenn die Marge am knappsten ist.
Vom ersten Kilometer an den Überblick behalten
Genau hier kommt Taxio ins Spiel: Es erfasst jede Fahrt, jede Ausgabe und den tatsächlichen Gewinn vom ersten Aktivitätstag an, ohne dass man ein ganzes Jahr Daten abwarten muss, um zu wissen, ob sich das Geschäft trägt. Für alle, die abwägen, ob sich die Umrüstung eines Fahrzeugs oder die Erweiterung der Flotte lohnt, ist genau diese wöchentliche —statt vierteljährliche— Übersicht das, was eine Entscheidung auf Basis von Daten statt aus dem Bauch heraus ermöglicht. Wenn die barrierefreie Lizenz die erste von mehreren ist, zeigt die Flottenansicht die Leistung jedes Fahrzeugs einzeln, und am Ende des Quartals ist alles fertig für den Steuerberater als PDF oder Excel-Datei.
Die Gebühr von 1.899 Euro wird einmal bezahlt. Die Buchführung muss dagegen jeden Tag erfolgen, vom ersten Kilometer der neuen Lizenz an, bis sie irgendwann nicht mehr neu ist.
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