„Dominguito“: der Mercedes von 1988, der in Gran Canaria immer noch als Taxi fährt — nach 7 Millionen Kilometern
· 5 Min. Lesezeit · Taxio-Team
Kurz gesagt: „Dominguito“, ein 1988 zugelassener Mercedes-Benz W123, fährt seit 35 Jahren ununterbrochen als Taxi in San Bartolomé de Tirajana (Gran Canaria). Er hat 7,1 Millionen Kilometer zurückgelegt —177 Erdumrundungen am Äquator— und dafür sieben verschiedene Motoren gebraucht. Es ist die extremste Ausprägung einer Frage, die sich früher oder später jeder Taxifahrer stellt: Bis wann lohnt es sich, weiter in dasselbe Auto zu investieren, bevor man es austauscht?
Das Fahrzeug wurde 1986 von seinem ersten Besitzer gekauft und ging 1988 mit Lizenz auf die Straße. Seit 2006 fährt es Juan Rafael Santana, der die Schicht von 4 bis 12 Uhr übernimmt; zwei weitere Fahrer teilen sich den Rest des Tages, sodass „Dominguito“ kaum zum Stillstand kommt. Wie Canarias7 berichtet, legt das Taxi noch immer rund 5.000 Kilometer pro Woche zurück.
Sieben Motoren, um 35 Jahre durchzuhalten
Was am meisten auffällt, ist nicht der Gesamtkilometerstand, sondern was es gekostet hat, den Wagen am Laufen zu halten. Santana beschreibt es im Bericht ganz offen: „Der erste Motor wurde dreimal repariert, aber inzwischen haben wir schon sieben eingebaut.“ Bei diesem Nutzungstempo hält jeder Motor etwa eine Million Kilometer —rund fünf Jahre— bevor er ersetzt werden muss.
Sogar der Kilometerzähler selbst musste geflickt werden: Bei 6 Millionen Kilometern ging er kaputt und wurde durch einen aus einem Schrottwagen ersetzt, der bereits 500.000 km anzeigte. Deshalb liegt der aktuelle Stand über der tatsächlichen Laufleistung, die auf jene 7,1 Millionen geschätzt wird.
Die Frage, die sich früher oder später jeder Taxifahrer stellt
Kaum ein Auto erreicht 7 Millionen Kilometer, aber jedes Taxi erreicht irgendwann den Punkt, an dem sein Besitzer entscheiden muss: weiter in die Instandhaltung investieren oder das Fahrzeug wechseln? Die Antwort von „Dominguito“ war eindeutig —sieben Motoren später ist er immer noch auf der Straße— aber sie ist weder die einzig mögliche noch für jeden Fall die richtige.
Was eine gute von einer schlechten Entscheidung unterscheidet, ist weder das Bauchgefühl noch die Zuneigung zum Auto —auch wenn sich dieses Taxi sie redlich verdient hat—, sondern die Zahlen: wie viel jeder gefahrene Kilometer tatsächlich kostet, wenn man Kraftstoff, Inspektionen, Reifen und größere Reparaturen wie einen Motor zusammenzählt. Sobald dieser Kostensatz pro Kilometer die Rate für ein neues oder gebrauchtes Auto übersteigt, spricht die Rechnung für den Wechsel.
Wie man diese Entscheidung anhand von Daten trifft, nicht nach Gefühl
Das übliche Problem ist, dass fast niemand diese Rechnung tagesaktuell führt. Die Werkstattrechnung wird notiert, wenn sie wehtut, ohne sie mit den gefahrenen Kilometern zu vergleichen, und am Ende wird die Entscheidung, das Auto zu erneuern, aus dem Bauchgefühl heraus getroffen —„das hält nicht mehr lange durch“— statt anhand von Zahlen. Die Wartungskosten (Inspektionen, Reifen, Motor) sind genau die, die am stärksten auf den tatsächlichen langfristigen Gewinn drücken — und die am seltensten regelmäßig erfasst werden.
Bei Taxio wird jede Werkstattausgabe mit Betrag, Datum und Kategorie erfasst, zusammen mit den Kilometern und Einnahmen jeder Schicht. Damit siehst du jederzeit deine tatsächlichen Kosten pro Kilometer und kannst sie mit dem vergleichen, was das Auto einbringt, statt zu warten, bis ein Motor für dich entscheidet. Wer mehrere Fahrzeuge verwaltet, bekommt denselben Vergleich aufgeschlüsselt nach Auto — und sieht so, welches zuerst erneuert werden sollte und welches sich noch lohnt zu behalten.
„Dominguito“ wird wohl noch einige Jahre weiter um die Welt fahren. Aber die meisten Taxifahrer müssen keinen Rekord brechen: Sie müssen anhand von Daten und nicht nach Gefühl wissen, wann das Auto, das sie haben, aufhört, das richtige für sie zu sein.
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