Barcelonas Elektrotaxi von 1943, das in Minuten die Batterie wechselte — ganz ohne Ladewartezeit
· 5 Min. Lesezeit · Taxio-Team
Kurz gesagt: Schon 1943 hatte Barcelona Elektrotaxis, die auf keine Ladezeit warten mussten. War die Batterie leer, tauschten drei Arbeiter mit einem kleinen Kran sie direkt im Taxi gegen eine bereits geladene aus, und der Wagen war binnen Minuten wieder auf der Straße. Beworben wurden sie zudem als frei von Vibrationen, Abgasen und schlechten Gerüchen — im Gegensatz zu den Benzinautos jener Zeit. Achtzig Jahre später macht Schnellladen immer noch Schlagzeilen; der Batteriewechsel jener Taxis dagegen ist fast in Vergessenheit geraten.
Die Geschichte wurde vom Blog Foro Coches Eléctricos anhand eines historischen Videos wieder ausgegraben, und sie ist es wert, erzählt zu werden — schon allein, weil sie die Vorstellung widerlegt, die Elektrifizierung des Taxis sei eine Erfindung dieses Jahrzehnts.
Eine Batterie, die getauscht, nicht geladen wurde
Diesem Bericht zufolge fuhren die Taxis mit Batterien der Barcelonaer Firma Eucort (der Autor des Originalartikels räumt selbst Zweifel an der genauen Zeitlinie des Unternehmens ein, daher behandeln wir das als einigermaßen verlässlich, aber nicht restlos gesichert). War die Ladung erschöpft, blieb das Taxi nicht liegen, und der Fahrer verlor auch nicht den Nachmittag an einer Steckdose.
Mit Hilfe von drei Arbeitern und einem kleinen Kran wurde die leere Batterie entnommen und eine bereits geladene eingesetzt. Der Originalartikel fasst es so zusammen: An Geschwindigkeit „übertrifft“ das System das heute viel diskutierte Schnellladen bei weitem. Genaue Zahlen dazu, wie lange der Wechsel dauerte, gibt es nicht, aber das Prinzip ist dasselbe, dem heute die Batteriewechselstationen für Elektroautos nacheifern: nicht warten, austauschen.
Das leise Taxi, ohne Abgase und Vibrationen
Die Werbung jener Zeit verkaufte das Elektrotaxi nicht als ökologische Kuriosität — dieses Konzept gab es noch gar nicht —, sondern als direkten Vorteil für Fahrgast und Fahrer. Beworben wurde es laut demselben Artikel mit seiner „größeren Einfachheit, dem Fehlen von Vibrationen, Abgasen, schlechten Gerüchen, sperrigen Schaltgetrieben und Anlasskurbel“ im Vergleich zum Verbrennungsmotor jener Zeit.
Das Vokabular hat sich geändert, aber das Verkaufsargument ist identisch mit dem jeder heutigen Elektroauto-Broschüre: weniger Lärm, weniger Geruch, weniger Teile, die kaputtgehen.
Was sich in achtzig Jahren nicht geändert hat
Es gibt keine verlässlichen Daten darüber, wie viel der Wechsel einer Batterie jenes Eucort-Taxis in Pesetas von 1943 (Spaniens Vorgängerwährung des Euro) kostete, daher werden wir keine Zahl erfinden. Was sich sagen lässt, ist Folgendes: Damals wie heute war die Energie, um das Auto zu bewegen — Batterie-Pesetas im Jahr 1943, Liter Diesel oder kWh Ladung heute — der variabelste Ausgabenposten im Arbeitstag eines Taxifahrers. Lizenz, Versicherung oder Beitrag werden immer gleich bezahlt; was Tag für Tag steigt und fällt, je nachdem wie viel und wie gefahren wird, ist der Kraftstoff oder die Ladung.
Jene Taxifahrer von 1943 hatten keine Möglichkeit, Fahrt für Fahrt zu wissen, wie viel sie an Energie ausgaben im Verhältnis zu dem, was sie abrechneten. Ein Taxifahrer von heute weiß es ebenfalls nicht, wenn er es nicht festhält: Es bleibt eine der absetzbaren Taxi-Ausgaben, die am leichtesten zwischen losen Belegen und App-Abrechnungen verloren geht.
Vom Pi-mal-Daumen zur App
Der eigentliche Unterschied zwischen 1943 und heute ist nicht, dass wir jetzt Elektroautos haben — die gab es schon damals —, sondern dass man den Überblick nicht mehr nach Gefühl behalten muss. Bei Taxio wird jedes Tanken oder Laden mit Betrag und Litern oder kWh erfasst, und die App gleicht diese Ausgabe mit dem Abgerechneten ab, um den tatsächlichen Gewinn jedes Arbeitstages zu zeigen — nicht nur das, was der Taxameter anzeigt. Zum Monats- oder Quartalsabschluss wird dieses Detail fertig für den Steuerberater exportiert, ganz ohne sich auf das Gedächtnis zu verlassen.
Die drei Arbeiter mit dem Kran von Eucort gibt es längst nicht mehr. Das Problem, das sie lösten — durch die Energie des Autos keine Zeit und kein Geld zu verlieren —, ist achtzig Jahre später immer noch genau dasselbe.
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